Gewebeschonende Parodontitistherapie 1/4

Parodontitis kommt bei ca. 30% der Bevölkerung vor und ist in der zweiten Lebenshälfte die häufigste Ursache für Zahnverlust. Wissenschaftliche Studien aus dem Jahr 2006 belegen, dass 52,7% der Erwachsenen unter mittelschweren und 20,5% unter schweren Formen der Parodontitis leiden. Bei den Senioren sind diese Zahlen noch deutlich höher. Es handelt sich also, ähnlich wie bei Karies, um eine echte „Volkskrankheit“. Parodontitis ist eine bakteriell verursachte Entzündung des Zahnhalteapparates, welche ohne geeignete Therapiemaßnahmen zum Schwund des Kieferknochens und zum Zahnverlust führt.

Die Entstehung einer Parodontitis setzt das Vorhandensein ganz bestimmter Bakterien (parodontaler Leitkeime) in den Zahnfleischtaschen voraus. Diese Bakterienansammlungen werden in der modernen Zahnmedizin als Biofilm be- zeichnet. Außer diesem Biofilm können bestimmte genetische Voraussetzungen, eine geschwächte Immunabwehr des Körpers, systemische Erkrankungen (Osteoporose, Diabetes mellitus) und individuelle Verhaltensmuster (Rau- chen, Stress, Alkoholmissbrauch, mangelhafte Mundhygiene) die Anfälligkeit eines Patienten entscheidend beeinflussen.
Je nach Ausprägung und Zusammenwirken aller genannten Faktoren kommt es zu unterschiedlichen Formen und Krankheitsverläufen. Dementsprechend gibt es auch eine Vielzahl von verschiedenen Therapievarianten.

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